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Behandlung

Wenn Ohrgeräusche bei Ihnen erstmalig auftreten
Lesen Sie bitte direkt "Im Akutfall" um sich über die wichtigsten schulmedizinischen Schritte zu
informieren. Eine dringende Visite beim HNO-Arzt ist unerläßlich.

Persönlich abgestimmte Therapie
Allgemein gilt: Eine gesunde Lebensführung, eine positive Lebenseinstellung und
Entspannungsübungen sind hilfreich. Ebenso der Erfahrungsaustausch mit Gleichbetroffenen. Alle
weiteren Therapieschritte müssen individuell auf Sie abgestimmt werden. Sie müssen dabei selbst
aktiv werden und lernen, den Tinnitus zu überhören! Sie entscheiden über den Erfolg.

Psychologische Hilfen
Wenn Tinnitus zu einem schweren Leiden wird. spielen häufig seelische Faktoren eine
übergeordnete Rolle. Scheuen Sie sich dann nicht, psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu
nehmen. Wenn Sie lernen, Ihre persönlichen Probleme zu bewältigen, treten häufig auch Ihre
Ohrgeräusche in den Hintergrund. In Deutschland werden gute bis sehr gute Ergebnisse bei der
Tinnitus-Bewältigung auch dank der Psychotherapie erzielt.

Hörgerätversorung
Viele Tinnitusbetroffene, möglicherweise über 50%, haben gleichzeitig einen mehr oder weniger
starken Hörverlust, meist im Hochtonbereich. Oft ist dieser Hochtonverlust auch von einer
Hellhörigkeit (Hyperakusis) begleitet.
Deshalb sollte schon frühzeitig unbedingt daran gedacht werden, einen Hörverlust durch ein
Hörgerät auszugleichen, um so ihre Lebenssituation zu verbessern.

Tinnitus-Maskierung
Neben der Psychotherapie wird allgemein die Tinnitus-Maskierung als eine wichtige Hilfe
angesehen. Dazu benutzt man:
- normale Hörgeräte
- Tinnitus-Masker sowie
- Kombinationen von Hörgeräten und Maskern: Tinnitusinstrumente (auch Kombimasker genannt)

All diese Geräte sehen wie ein Hörgerät aus und werden so getragen: hinter dem Ohr oder im Ohr.
Während die Hörgeräte allein schon durch Verstärkung der Umweltgeräusche eine maskierende
Wirkung haben können, werden in den anderen Geräten Geräusche erzeugt und ins Ohr geleitet.
Der Patient empfindet diese externen Geräusche nach einer Eingewöhnungszeit aufgrund ihrer
neutralen Eigenart angenehmer als seine Ohrgeräusche und verbindet damit nicht automatisch
dieselben Ängste und sonstigen negativen Gefühle, die er unwillkürlich dem Ohrgeräusch zuordnet.

Tinnitus-Retraining-Therapie (TRT)
Ein Therapiefahrplan, um die Geräusche zu überhören, liefert die Retrainingtherapie. Hier arbeiten
Ärzte, Psychologen und Hörgeräteakustiker Hand in Hand, um auf Ihre individuelle Situation
einzugehen

Die TRT beruht auf Forschungsergebnissen, wonach das Hörsystem bei allen Menschen so
abgeschirmt ist, daß längst nicht alle Geräusche gehört werden. Diejenigen, die für den Menschen
völlig unwichtig sind, werden auch nicht gehört. So hören Sie z.B. die Geräusche Ihres
Kühlschrankes nicht mehr oder sonstige gewohnte Umgebungsgeräusche.

Ohrgeräusche werden nach dieser Theorie erst dadurch hörbar, daß die schützende Filterwirkung
des Gehirns beeinträchtigt ist, z.B. durch Streß. Folgerichtig wird eine Wiederherstellung dieser
Filterwirkung angestrebt, so wie man sich ebenfalls um eine Verbesserung seines Immnunsystems
bemühen kann.

Dazu werden die vorhandenen Therapiemöglichkeiten systematisch und planmäßig in eine
individuelle Therapieplanung eingebracht. Ihr Sinn ist es, die Betroffenen mit Hilfe eines speziell
ausgebildeten fachlichen Teams über ein bis zwei Jahre therapeutisch anzuleiten und zu begleiten.

Auch hier wird als ein Teil der Therapie ein ganz spezieller Tinnitus Masker (auch: "Noiser" oder:
"Tinnitus-Gerät") mit einem Breitbandrauschen eingesetzt, das leiser als das Ohrgeräusch ist.